Als allererstes muss man sagen, dass oft der Leiter und nicht der Mitarbeiter die Schuld hat, wenn etwas nicht funktioniert. Ich weiß, das hören Leiter nicht so gerne, aber so ist es.

Du hast in deinem Kopf eine klare Vorstellung, wann und wie etwas erledigt werden muss – aber dein Mitarbeiter kann keine Gedanken lesen.

Deshalb gibt es vorab einmal zwei wichtige Fragen:

1) Weiß dein Mitarbeiter, was er oder sie genau machen muss?
2) Gibt es eine klare Deadline für die Aufgabe?

Mir ist aufgefallen, dass die meisten Mitarbeiter einen guten Job machen wollen. Auch wenn Chefs oft das Gegenteil denken. Aber wir alle haben das Bedürfnis, gemocht zu werden. Und jeder Mitarbeiter freut sich, wenn sein Vorgesetzter denkt, dass er oder sie gute Arbeit macht.

Also, ich würde mal sagen, dass sehr viele Probleme sich von selbst auflösen würden, wenn der Leiter vorher schon klare und deutliche Ansagen machen würde. In deinem Kopf ist der Job klar, aber er muss auch in dem Kopf deiner Mitarbeiter klar sein. Dazu kommt, dass der Mitarbeiter richtig eingearbeitet wird.

Aber für dieses Video gehen wir mal davon aus, dass du deinen Job richtig machst und es trotzdem vorkommt, dass die richtige Leistung nicht erbracht wird.

Was machst du jetzt?

Es ist eigentlich ganz einfach und logisch, aber viele Leiter tun es dennoch nicht:

REGEL:
Rede nicht mit dir selbst. Rede sofort mit deinem Mitarbeiter.

Suche sofort das Gespräch!

Frag erst mal nach, was passiert ist. Es gibt die interessantesten Gründe, warum ein Mitarbeiter eine Deadline verschwitzt oder den Job nicht richtig gemacht hat.

Manchmal reicht es schon zu hören, warum etwas schief gelaufen ist und du verstehst sofort, dass es nicht böse Absicht war von deinem Mitarbeiter. Es kann zwar immer noch ein Fehlverhalten sein, das du tadelst, aber du nimmst es deinem Mitarbeiter viel weniger übel, wenn du es aus seinem Mund erklärt hörst.

Oft, wenn wir sehen, dass ein Mitarbeiter einen Fehler macht, reden wir nicht mit dem Mitarbeiter, sondern mit uns selbst – oder schlimmer noch: mit anderen. Fragen uns, wie der Mitarbeiter so doof sein kann. Und dann verallgemeinern wir alles sehr schnell: „Ihm konnte ich noch nie vertrauen, er bringt einfach keine Leistung.“ – „Was macht der eigentlich den ganzen Tag?“ – „Weiß der nicht, wie wichtig es ist, dass er den Job gut macht?“

Und dieses Reden in unserem Kopf muss aufhören. Stattdessen müssen wir mit dem Mitarbeiter reden.

Das ist deine Pflicht als Leiter. Nicht erst, wenn es zu spät ist und du jemanden feuern willst. Deine Mitarbeiter müssen wissen, wo sie stehen und was du über sie denkst. Ganz wichtig.

Ich bin immer wieder erschrocken, wie wenige Leiter das durchziehen und wie viele Leiter lieber einfach der Konfrontation aus dem Weg gehen und nur die Augen verdrehen, den Kopf schütteln und Selbstgespräche führen.

Also: Noch einmal eine Zusammenfassung:

Regel #1: Dein Mitarbeiter muss wissen, was genau sein Job ist.
Regel #2: Er/sie muss vorher richtig eingearbeitet werden.
Regel #3: Bei Projekten muss es eine klare Deadline geben.
Regel #4: Rede nicht mit dir selbst. Rede sofort mit deinem Mitarbeiter.

 

 

 


Philip Zimmermann
Philip Zimmermann

Nach seinem Theologie- und Wirtschaftsstudium in der Schweiz und den USA hat Philip Zimmermann in Strategic Leadership promoviert. Gerade
in der Kombination von Theologie und Wirtschaft sieht er eine sehr interessante Herausforderung, die ihn dazu geführt hat, verschiedene Organisationen und Unternehmen selbst zu gründen und mit aufzubauen. Philip Zimmermann hat live zu mehr als 50.000 Menschen gesprochen und hält über 50-mal im Jahr Seminare und Vorträge zu verschiedenen Themen im Bereich wirtschaftliches und persönliches Wachstum, Leadership und Theologie.